Von Dr. Harald Sussek, REALTECH AG
Aktuelle Studien von RAAD-Consult haben ergeben, dass knapp 70% der SAP-Kunden im Jahr 2006 den Upgrade ihres SAP-Systems von Release 4.6c auf SAP R/3 Enterprise 4.7 oder mySAP ERP planen. Im Rahmen der Optimierung von SAP R/3-Systemen - das können Releasewechsel, Plattform-Migrationen oder auch Umstellungen auf UNICODE sein - kommt es zu Unterbrechungen des System-Betriebs. Wie lange dieser Systemstillstand andauert, ist in erster Linie vom eingesetzten Upgrade- bzw. Migrations-Verfahren abhängig.
Welche Upgrade- und Migrations-Verfahren gibt es bisher?
Upgrade- bzw. Migrations-Verfahren bringen immer eine Unterbrechung des Betriebs mit sich. Die Ausfallzeit bisheriger Upgrade- bzw. Migrations-Verfahren beträgt in der Regel zwischen 6 und 24 Stunden.
Während dieser Zeit stehen alle auf dem jeweiligen System abgebildeten Geschäftsprozesse still. Um die daraus resultierenden Auswirkungen möglichst gering zu halten, ist es notwendig den Termin für die Durchführung des Optimierungs-Verfahrens entsprechend zu planen – also evtl. am Wochenende durchzuführen.
Bei den SAP Standard-Upgrades kommt es bis Zielrelease 4.6c zu Systemausfallzeiten, die je nach System und Größe mehr als 24 Stunden betragen können. Der Zeitpunkt der Systemumstellung kann deswegen an nur wenigen Terminen im Jahr durchgeführt werden. Gleichzeitig ist permanent das Risiko vorhanden, bei unplanmäßigem Verlauf oder bei unerwarteter Störung, eine noch längere Systemausfallzeit in Kauf nehmen zu müssen. Im schlimmsten Fall muss ein Rollback vorgenommen werden. Das Projekt wäre somit gescheitert und müsste dann neu geplant werden.
Um die Downtime während des Upgrades zu verringern entwickelte SAP ein zeitoptimiertes Upgrade-Verfahren, den „System Switch Upgrade“, welcher ab Release 6.x angewendet werden kann.
Mit diesem Verfahren kann die Ausfallzeit deutlich reduziert werden. Dies wird dadurch ermöglicht, dass einzelne Schritte des Upgrades bereits erfolgen, während das System noch produktiv ist. Allerdings erweist sich dies in vielen Situationen als noch nicht ausreichend. Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens ist, dass zusätzliche Systemressourcen benötigt werden.
Im Gegensatz zu Upgrade-Verfahren hängt die Ausfallzeit bei Migrationen direkt von der Größe der zu migrierenden Datenbanken ab. Je größer die Datenbank, desto länger dauern Export und Import der Daten. Auch hier bietet SAP inzwischen ein zeitoptimiertes Verfahren an.
Für alle bisher dargestellten Upgrade- und Migrations-Verfahren gilt jedoch: Ein Ausfall der Produktivsysteme während der Umstellung ist unvermeidbar, auch wenn dieser, abhängig vom eingesetzten Verfahren, in der Dauer stark differieren kann. Ein Zustand, der Unternehmen mit Anforderungen an die 24 x 7 Verfügbarkeit von Geschäftsprozessen immer wieder Sorge bereitet.
Welche Alternativen sind im Markt verfügbar?
Bisher gibt es zu den herkömmlichen Upgrade- und Migrationsverfahren, die alle mit spürbaren Ausfallzeiten verbunden sind nur eine Alternative – das ZERO DOWNTIME-Verfahren der REALTECH AG.
Dieses im Markt bisher einmalige Verfahren ermöglicht, dass wichtige Kern-Geschäftsprozesse während des Upgrades bzw. der Migration nahezu ohne Unterbrechung zur Verfügung stehen. Die Systemausfallzeit bei Upgrades bzw. Migrationen ist mit diesem Verfahren zu vernachlässigen. Probleme, die bei bisherigen Optimierungsverfahren entstanden sind, wie lange System-Ausfallzeiten und Einschränkungen bei der Auswahl des Durchführungs-Termins, entfallen somit.
Das ZERO DOWNTIME-Verfahren
Unternehmenskritische Geschäftsprozesse, die auch während der Systemumstellung verfügbar sein müssen, werden gemeinsam mit dem Kunden analysiert und definiert. Anschließend werden aus den festgelegten Prozessen die benötigten Transaktionen abgeleitet, für die dann die Lösung individuell entwickelt wird.
Zu Beginn des Upgrades oder der Migration wird ein Duplikat der Datenbank erstellt. Die Benutzer werden im nächsten Schritt vom Produktiv-System getrennt und auf dieses umgeleitet. In dieser Kopie werden alle im Vorfeld definierten kritischen Transaktionen während der gesamten Dauer der Umstellung des Produktiv-Systems unterbrechungsfrei zur Verfügung gestellt. Auf der Client-Ebene müssen keine Änderungen in der Konfiguration vorgenommen werden, sofern bereits mit Alias-Hostenamen gearbeitet wird.
Für die Zwischenspeicherung der Daten auf der System-Kopie und für die Weiterleitung an das Produktiv-System, die in einem spätere Schritt erfolgt, wird die SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) oder die REALTECH-eigene Software Interface Manager IM/3 verwendet. Beide Lösungen sorgen für das konforme Mapping auf die Strukturen des Produktiv-Systems nach dem Upgrade. Im Falle einer Migration entfällt das Mapping, da hier die Datenstruktur des Quell- und Zielreleases identisch sind. Umfangreiche Monitoring-Funktionalitäten sichern die korrekte Aufzeichnung, Reihenfolge und spätere Verbuchung der Daten.
Das ZERO DOWNTIME-Verfahren ermöglicht auch die zeitunkritische Durchführung von obligatorischen Nacharbeiten nach erfolgreicher Durchführung des Upgrade bzw. der Migration. Ausführliche und qualitative Tests am neuen System werden ermöglicht, bevor die Benutzer wieder auf das Produktiv-System zurückgeschaltet werden.
Mit der Netzwerkumschaltung zurück auf das Original-System, werden gleichzeitig die letzten aufgezeichneten Daten in das neue System eingespielt. Nach der Verbuchung aller Daten können die Benutzer nach Neuanmeldung sofort mit den aktuellen Daten auf dem neuen System weiterarbeiten.
Dauer und Durchführungszeitraum des Upgrades bzw. der Migration stehen bei diesem Verfahren nicht mehr im Mittelpunkt der Betrachtungen, da sich die Ausfallzeit des Systems auf die Dauer der zweimaligen Umschaltung der Benutzer beschränkt.



