Münster / Walldorf, im Februar 2003
Ständig werden neue Anwendungsgebiete für betriebswirtschaftliche Software entdeckt oder die Ansprüche an bestehende Lösungen werden nach oben geschraubt. Doch während Themen wie ERP, CRM, SCM oder BI in Medien und Analysen laufend präsent sind, scheinen die Komponenten, die die Organisation im Hintergrund der IT-Landschaft übernehmen, leicht in Vergessenheit zu geraten.
Aus diesem Grund befassten sich die Analysten der RAAD Consult GmbH, Münster, gemeinsam mit der LÜNENDONK GmbH und der REALTECH AG mit dem Thema „System- und Netzmanagement bei SAP-Anwendern“. Die Studie, die auf der Befragung von über 500 IT-Leitern beruht, untersucht dabei Themenkomplexe wie „Marktdemographie“ „Einführungsplanungen“ „Anwenderzufriedenheiten“.
Eines der auffälligsten Ergebnisse zeigt dabei die Größenverteilung der SNM-Software-Anwender: Während insgesamt nur knapp 70% der befragten SAP-Anwender eine solche Software einsetzen, sind SNM-Lösungen insbesondere bei Großunternehmen [definiert als Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern] mit einer Marktdurchdringung von über 90% mittlerweile Standard geworden. Bei Unternehmen mit unter 500 Mitarbeitern trifft dies hingegen nur auf knapp 60% des Marktes zu. Allerdings verzeichnet dieser Bereich mit 6% die höchste Planungsquote. Auch im SNM-Umfeld sind kleine und mittlere Unternehmen also dabei nachzuziehen.
Neben der Ist-Situation bildet die Bewertung unterschiedlicher Aspekte einer SNM-Lösung den zweiten Schwerpunkt der Untersuchung. Hierbei spiegelt sich deutlich die momentane Marschrichtung der EDV-Abteilungen wider: „finanzielle Aspekte“ stehen im Zentrum der Überlegung. Themenkomplexe wie „Laufende Betriebskosten“ [Note 1,8] oder „Return on Investment“ [Note 2,1] stehen in der Bedeutung der befragten IT-Leiter ganz oben. Im Vergleich dazu rangieren die Soft-Facts der Marketingabteilungen wie „Aktuelle Referenzen“ [Note 2,7] oder „Image des Herstellers“ [Note 3,1] deutlich weiter hinten.
Abschließend widmen sich die Analysten der Planungslage im SNM-Umfeld. Als Investitionsanlass gab die große Mehrheit der Interviewten die klassischen Argumente für System- und Netzmanagement-Software an: gestiegene Ansprüche an die Verfügbarkeit der Systeme [80%] und die hohen Kosten für Systemausfälle [72%]. Aus den Einzelplanungen der EDV-Leiter können die Analysten ein recht positives Bild für den Gesamtmarkt zeichnen: Über 50% der befragten Unternehmen gaben an, dass sie für 2003 ein Investment bereits konkret geplant haben oder darüber nachdenken. Lediglich 31% schließen dies für das laufende Jahr definitiv aus. Für 2004 haben zahlreiche Anwender natürlich noch keine konkrete Budgetpläne erstellt, aber 31% halten eine Investition in SNM-Lösungen für wahrscheinlich.



